Nationale Forschungsdateninfrastruktur
Was ist die NFDI?
Die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) ist eine bundesweit vernetzte Initiative, die organisatorisch vom gemeinnützigen Verein NFDI e.V. mit Sitz in Karlsruhe getragen wird. Zur Umsetzung ihrer Vision „Daten als gemeinsames Gut für exzellente Forschung, organisiert durch die Wissenschaft in Deutschland“ verfolgt die NFDI zwei primäre Ziele: Auf Grundlage der FAIR-Prinzipien – also findable, accessible, interoperable und reusable – Forschungsdaten langfristig nutzbar zu machen und den wissenschaftsgeleiteten Aufbau einer koordinierten Forschungsdateninfrastruktur in Deutschland voranzutreiben. In der NFDI arbeiten wissenschaftliche Fachgemeinschaften und Forschungsinfrastruktureinrichtungen eng zusammen, indem spezifische Anforderungen aus den Fachcommunities aufgegriffen und in Services, Standards und technische Lösungen für das Forschungsdatenmanagement überführt werden.
Die Initiative zur Einrichtung der NFDI geht auf Empfehlungen des Rats für Informationsinfrastrukturen (RfII) zurück, die von der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) aufgegriffen wurden. Auf dieser Grundlage schlossen Bund und Länder 2018 eine Vereinbarung zum Aufbau der NFDI und schufen damit den finanziellen und organisatorischen Rahmen. Der gemeinnützige Verein NFDI e.V. wurde im Oktober 2020 gegründet. Die NFDI ist auf Langlebigkeit angelegt; entsprechend streben Wissenschaft und Politik eine langfristige Fortführung an. Ein Vorschlag für die zukünftige Struktur wurde im Sommer 2025 durch den Wissenschaftsrat vorgelegt und bildet die Grundlage laufender Diskussionen sowie der Ausarbeitung einer neuen Bund-Länder-Vereinbarung.
Wie ist die NFDI aufgebaut?
Mehr als 320 Hochschulen, Fachgesellschaften und wissenschaftliche Einrichtungen sind Mitglieder im NFDI e.V. Organisatorisch ist die NFDI in 26 fachliche Konsortien, die gemeinsame Initiative aller NFDI-Konsortien Base4NFDI sowie in sechs Sektionen gegliedert.
In den fachlichen Konsortien entstehen disziplinspezifische Dienste und Standards für das Forschungsdatenmanagement. Sie decken ein breites fachliches Spektrum ab, das von den Geistes- und Sozialwissenschaften über die Lebens- und Naturwissenschaften bis hin zu den Ingenieurswissenschaften reicht. Im Rahmen der ersten Förderrunde wurde der Aufbau der NFDI mit neun Konsortien begonnen, in zwei weiteren Förderrunden kamen 2021 zehn und 2023 acht zusätzliche Konsortien hinzu. Base4NFDI, eine Initiative für sogenannte Basisdienste, die durch alle fachspezifischen Konsortien getragen wird, verfolgt das Ziel, bereits etablierte fachübergreifende Dienste in die NFDI zu integrieren und neue Basisdienste zu entwickeln, die NFDI-weit nutzbar sind. Durch diese übergreifenden Dienste ist die NFDI als nationaler Knotenpunkt positioniert und agiert als Schnittstelle für die Integration der Infrastrukturen und Aktivitäten in den Aufbau der European Open Science Cloud (EOSC).
Die sechs Sektionen – weiter untergliedert in thematische Arbeitsgruppen – bearbeiten übergreifende Themen, die mehrere Fachbereiche betreffen und die Bedarfe mehrerer Konsortien abbilden. Diese sogenannten Querschnittsthemen reichen von technischen Herausforderungen über didaktische Themen bis hin zu rechtlichen und ethischen Fragen. Über Base4NFDI können Entwicklungen durch Anträge gefördert werden, die ausschließlich aus den Sektionen heraus eingebracht werden und die somit als relevante Querschnittsthemen innerhalb der NFDI ausgewiesen sind.

Die NFDI in NRW
Welche Rolle spielen die NRW-Hochschulen und -Einrichtungen in der NFDI?
Hochschulen, Einrichtungen und Forschende in und aus NRW spielen in der NFDI eine zentrale Rolle und sind an allen 26 Konsortien beteiligt. Insgesamt bestehen so mehr als 150 Beteiligungen aus NRW. Darüber hinaus haben vier NFDI-Konsortien ihren Sitz in NRW und werden von dort geleitet: NFDIxCS an der Universität Duisburg-Essen, NFDI4BIOIMAGE an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf sowie NFDI4Microbiota und NFDI4Health mit Sitz am ZB MED – Informationszentrum Lebenswissenschaften in Köln.
Für die nachhaltige Entwicklung der NFDI ist jedoch nicht nur die institutionelle Beteiligung entscheidend, sondern vor allem die aktive Einbindung der wissenschaftlichen Communities. Hochschulen übernehmen dabei eine Schlüsselrolle als Orte der Ausbildung, Vernetzung und Umsetzung. Sie sind verantwortlich für die lokale Verankerung von FDM, den Aufbau von Schulungsangeboten, sowie die Integration in Curricula und Entwicklung institutioneller Strategien. Diese Perspektive wird auch im Impulspapier „Perspektive aus den Hochschulen auf die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI)“, das von nordrhein-westfälischen Akteuren aus dem FDM und der NFDI verfasst wurde, betont. Es unterstreicht die Rolle der Hochschulen als zentrale Stakeholder für Forschung, Ausbildung und Wissenstransfer im FDM und hebt insbesondere ihre institutionellen Strukturen als Grundlage für eine nachhaltige und verstetigte NFDI hervor.
Welche Rolle spielen die Landesinitiative fdm.nrw und die FDM-Landesdienste in der NFDI?
Die Aktivitäten in der NFDI und die der Landesinitiative fdm.nrw auf Landesebene verfolgen das gemeinsame Ziel, Forschenden bestmögliche Rahmenbedingungen für den Umgang und ihre Arbeit mit Forschungsdaten zu bieten. Dabei setzen sie an unterschiedlichen Stellen an, sodass sich die Verankerung der NFDI in den Fachdisziplinen mit dem Landesziel ergänzt, die Verfügbarkeit breit einsetzbarer FDM-Dienste für alle Hochschulen in NRW zu gewährleisten. Die Anbindung der NRW-Hochschulen an die NFDI ist seit Gründung der Landesinitiative fdm.nrw ein maßgebliches Handlungsfeld, das auch im Landeskonzept FDM verankert ist. Mit dem Aufbau der NFDI sowie der FDM-Landesdienste kommt es zu einer Ausdifferenzierung von Verantwortlichkeiten und zu einem erweiterten Angebot von FDM-Infrastrukturen und Services.
In der Schnittstellenfunktion zwischen Hochschulen und NFDI übernimmt die Landesinitiative fdm.nrw eine vermittelnde Rolle. Die Governance-Strukturen, Kommunikationskanäle und weitere Angebote der Landesinitiative fdm.nrw sorgen dafür, dass einerseits Informationen aus der NFDI koordiniert an die Hochschulen und damit an die Forschenden weitergegeben und andererseits Bedarfe aus dem Land gebündelt an die NFDI herangetragen werden.
Ansprechperson
Letzte Aktualisierung: 15.06.2026
