17.02.2022, 13:00 – 16:00 Uhr, virtuell über Zoom

Inhalte und Ziele

Das Forschungsdatenmanagement in NRW hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Viele Themen und Initiativen werden durch die Landesinitiative für Forschungsdatenmanagement – fdm.nrw vernetzt. Bei dem Symposium „fdm.nrw in a nutshell“ haben wir gemeinsam mit einer großen FDM-Community einen kurzen Blick auf die aktuellen Entwicklungen geworfen und Aussichten für das FDM in NRW diskutiert.

Die dreistündige Veranstaltung fand am 17.02.2022 von 13:00 bis 16:00 Uhr digital über Zoom statt.

Im ersten Themenblock wurden in einem Rückblick auf das Jahr 2021 Strategieüberlegungen der Landesinitiative fdm.nrw, kooperative Lösungs- und Arbeitsansätze aus den AGs und Verbünden, sowie unser Weiterbildungskonzept vorgestellt.

Im zweiten Block standen Themen im Mittelpunkt, welche die FDM-Community verstärkt beschäftigen: Data Stewardship, FDM in Studium und Lehre, Rechtsfragen zum FDM und Forschungssoftware. In Breakout-Sessions hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, sich mit Expert:innen auszutauschen. Weitere Informationen:

Data Stewardship und Professionalisierung im FDM

Der Aufbau von FDM-Servicestellen an den Hochschulen geht einher mit einem Bedarf an Personal und dessen Qualifizierung. Neben FDM-Beschäftigten, die sich um generische bzw. zentrale Aufgaben und Prozesse kümmern, ist verstärkt Personal gefragt, das fachspezifische FDM-Anliegen bearbeiten kann. Diese dezentralen bzw. embedded Data Stewards sind oftmals direkt in den Fachbereichen oder Forschungsbereichen tätig und sollten daher über disziplinspezifisches und Community-bezogenes Wissen verfügen. In dieser Breakout-Session wurde der Frage nachgegangen, wie FDM als Berufsfeld in 10 Jahren aussehen kann und darüber diskutiert, welche Ausbildungsmöglichkeiten, Standards und Ziele für ein professionalisiertes FDM etabliert werden sollten.

Expertinnen:

Tereza Kalová, Projektmanagerin im Digitalisierungsprojekt FAIR Data Austria an der Universitätsbibliothek Wien, koordiniert die Entwicklung eines neuen Zertifikatskurses Data Steward.

Prof. Dr. Simone Fühles-Ubach, Professorin am Institut für Informationswissenschaft und stellvertretende Hochschulratsvorsitzende der TH Köln, hat im Forschungsprojekt „DaLI – Data Literacy Initiative“ den Basiskurs „Data Literacy“ mit Elementen zum Datenmanagement mit entwickelt und lehrt u.a. im Masterstudiengang „Bibliotheks- und Informationswissenschaft“ an der TH Köln.

FDM in Studium & Lehre

In Studium und Lehre wird der Umgang mit Forschungsdaten ein zunehmend wichtiger Aspekt, etwa in Bezug auf die Nachnutzung, Erhebung und Organisation von Daten. Das Wissen über die Grundprinzipien des FDM bis hin zu fachspezifischen Ausprägungen ist auch deshalb so wichtig, weil die Studierenden von heute die Forschenden von morgen sein werden. Vermittlungsansätze für das FDM in Studium und Lehre werden bereits an verschiedenen Standorten und in den Konsortien der NFDI diskutiert und umgesetzt. Die systematische, standort- und disziplinübergreifende Vernetzung und Weiterentwicklung der Konzepte stellen allerdings weitestgehend ein Desiderat dar. In dieser Breakout-Session wurden Möglichkeiten und Herausforderungen der Etablierung des Themas FDM in Studium und Lehre von der Studieneingangsphase bis zum Promotionsstudium aus inhaltlicher, didaktischer und fachspezifischer Perspektive mit den Teilnehmenden diskutiert.

Expertinnen:

Prof. Dr. Sonja Herres-Pawlis, Institut für Anorganische Chemie an der RWTH Aachen University, Fachgruppensprecherin Chemie der RWTH Aachen University, Cosprecherin des NFDI-Konsortiums NFDI4Chem und Mitkoordinatorin der NFDI-Sektion edutrain, vermittelt in der Lehre bereits in Bachelor- und Masterstudiengängen FDM-Kenntnisse für Chemiker sowie die Arbeit mit elektronischen Laborbüchern.

Prof. Dr. Mirjam Blümm, Professorin für e-Science und Forschungsdatenmangement an der Technischen Hochschule Köln, lehrt FDM in informationswissenschaftlichen Bachelor- und Masterstudiengängen und leitet mit Prof. Dr. Konrad Förstner den berufsbegleitenden Zertifikatskurs „Forschungsdatenmanagement“.

Rechtliche Aspekte von FDM

Rechtliche Aspekte beeinflussen den Umgang mit Forschungsdaten in vielfältiger Weise. Nicht-Jurist:innen können es dabei als Herausforderung empfinden, verbindliche Aussagen etwa zu Urheberrecht oder Datenschutzanforderungen zu treffen. Wie die Verabschiedung des Datennutzungsgesetzes im Jahr 2021 jüngst zeigte, ist der rechtliche Rahmen zudem einem fortwährenden Wandel unterworfen. In der Breakout-Session wurde in Bezug auf die Beratung und Schulung zu rechtlichen Aspekten erkundet, ob ein einheitliches Service-Level für rechtliche Beratungen durch Nicht-Jurist:innen definiert werden kann und wo in diesem Bereich Kollaborationen möglich sind.

Experte:

Ralf Depping, Dezernent für Forschungs- und Publikationsunterstützung an der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln, hat 2021 ein Arbeitspapier zu rechtlichen Aspekten im FDM publiziert.

Forschungssoftware

Forschungsdaten sind vielfältig und reichen von Audio- und Videodaten bis hin zu Text- und Sequenzdaten, aber auch eigens für die Erzeugung, Bearbeitung sowie Analyse der zuvor genannten Forschungsdaten entwickelte Forschungssoftware zählt hierzu. Die notwendigen FDM-Standards für Forschungssoftware müssen ähnlich wie in anderen Bereichen noch ausgearbeitet werden; hier zu nennen seien bspw. geeignete Metadatenstandards oder entsprechende Repositorien. Darüber hinaus gibt es weitere Punkte, die im Umgang mit Forschungssoftware diskutiert werden, zum Beispiel ungenügende oder fehlende Reputation und Anerkennung, unzureichende Qualitätsstandards oder unklare Veröffentlichungsregelungen. In dieser Breakout-Session ist Prof. Dr. Konrad Förstner mit seinem Blick auf die Problematiken rund um Forschungssoftware mit den Teilnehmenden ins Gespräch gekommen.

Experte:

Prof. Dr. Konrad Förstner, Data and Information Literacy an der TH Köln, Leitung des Programmbereichs Data Science and Services an der ZB MED, Sprecher des NFDI-Konsortiums NFDI4Microbiota und der AG „Digitale Werkzeuge – Software und Dienste“ in der Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen, befasst sich mit einer großen Breite an Applikationen und Methoden zum Verarbeiten von Daten in den Lebenswissenschaften.

In der abschließenden Keynote hat Prof. Dr. Klaus Tochtermann die Entwicklung des FDM in Deutschland und Europa skizziert und einen Blick auf die zukünftigen Herausforderungen geworfen.

Programm

Zeit
13:00Begrüßung
13:15-13:45Rückblick auf das Jahr 2021: Strategie, Lösungs- und Arbeitsansätze und Weiterbildung
Sprechende: das Team von fdm.nrw, Vertreter:innen der FDMScouts und der AGs
13:45-14:45Räume für Diskussionen, Austausch und Vernetzung: Breakout-Sessions zu den Themen:

Data Stewardship und Professionalisierung im FDM | Expertinnen: Tereza Kalová (Universität Wien) und Prof. Dr. Simone Fühles-Ubach (TH Köln)

FDM in Studium & Lehre | Expertinnen: Prof. Dr. Sonja Herres-Pawlis (RWTH Aachen University) und Prof. Dr. Mirjam Blümm (TH Köln)

Rechtliche Aspekte von FDM | Experte: Ralf Depping (Universität zu Köln)

Forschungssoftware | Experte: Prof. Dr. Konrad Förstner (ZB MED und TH Köln)
14:45Pause
15:00Keynote: „Zukünftige Herausforderungen für Forschungsdatenmanagement“
Prof. Dr. Klaus Tochtermann (ZBW)
16:00Abschluss
ab 16:00 Optional: Hangout

Zielgruppe

FDM-Interessierte, besonders die Mitarbeitenden aus den Infrastruktureinrichtungen in NRW

Ansprechpersonen

Lioba Schreyer und Jessica Stegemann